Der griechische Astronom Hipparchos wusste es schon vor 2.200 Jahren: Die Erde benötigt 365 Tage, um einmal die Sonne zu umkreisen und ein neues Sonnenjahr zu beginnen.
Laut seiner Berechnung dauerte ein Jahr jedoch nicht genau 365 Tage, sondern 5 Stunden, 55 Minuten und 12 Sekunden länger. Das entspricht beinahe einem Vierteltag! Doch ein Vierteltag ist nicht möglich. Was also tun? Julius Cäsar, der römische Feldherr, hatte die Lösung:
Alle vier Jahre sollte ein zusätzlicher Tag, ein Schalttag, hinzugefügt werden – in jedem vierten Jahr folgte auf den 24. Februar ein zweiter 24. Februar. Der Grund, einen zweiten 24. Februar einzuführen, ging auf die Überlegung zurück, keinen Geburts- und Namenstag ausfallen zu lassen, wie dies bei der modernen Kalenderzählung mit dem gelegentlichen 29. Februar nun der Fall ist.
Dass ausgerechnet der Februar als kürzester Monat des Jahres ausgewählt wurde, geht ebenfalls auf Cäsar zurück. Im römischen Kalender war der Februarius der letzte Monat im Jahr und damit weniger bedeutsam als die anderen. Daran hielt man auch fest, als der Februar – ab 153 v. Chr. – der zweite Monat des römischen Kalenders wurde.
Mit dem von Cäsar eingeführten Julianischen Kalender sollte die Zeitrechnung wieder genau sein. Dachte man.
Allerdings hatte sich Hipparchos um 11 Minuten und 14 Sekunden verrechnet, was alle 128 Jahre zu einem zu vielen Schaltjahr führte. Dies beeinflusste die Jahreszeiten, da der Frühlingsanfang immer weiter in den Winter rückte.
Als 1582 der Frühling bereits zehn Tage zu früh begann, korrigierte Papst Gregor den Kalender um die fehlenden 11 Minuten und 14 Sekunden – auf den 4. Oktober folgte gleich der 15. Oktober 1582.
So wurde der Gregorianische Kalender eingeführt, der bis heute verwendet wird. Ein Sonnenjahr beträgt somit 365 Tage, 5 Stunden, 48 Minuten und 46 Sekunden, also 365,25 Tage. Der „Trick“ mit dem Schaltjahr besteht weiterhin, aber die Regelung ist etwas komplexer geworden:
Jedes durch 100 teilbare Jahr ist kein Schaltjahr, also z.B. 1900 und dann wieder 2100. Allerdings gibt es auch hier eine Ausnahme: Alle durch 400 teilbaren Jahre bleiben Schaltjahre, wie 1600, 2000 und dann wieder 2400.
Das Jahr 2000 war daher ein Schaltjahr, da es sowohl durch 100 als auch durch 400 teilbar ist. Im Gegensatz dazu wird 2.100 kein Schaltjahr sein, da es nicht durch 400 teilbar ist. Personen, die am 29. Februar geboren sind, sollten daher am besten einen Taschenrechner bereithalten, um ihren nächsten Geburtstag nicht zu verpassen.
- Das Wort Schaltjahr entstammt dem Althochdeutschen „scaltjar“ (Jahr mit einem hinzugefügten Tag).
- 4,8 Millionen Menschen haben weltweit am 29. Februar Geburtstag – davon 55.000 Deutsche.
- Die Chance an einem Schalttag geboren zu werden liegt bei 1:1.500.
- Am heutigen Schalttag werden weltweit 2040 Babys geboren.
- Eine Frau in den USA brachte ihre drei Kinder jeweils am 29. Februar zur Welt. Ihre Tochter wurde am 29. Februar 2012 geboren, ihre Söhne jeweils am 29. Februar 2004 und 2008. In den 1960er-Jahren hatte bereits eine Frau aus Norwegen drei Entbindungen an einem Schalttag „geschafft“: Sie brachte ihre Kinder am 29. Februar 1960, 1964 und 1968 zur Welt.
- Der Februar beginnt in Nicht-Schaltjahren mit dem gleichen Wochentag wie März und November, in Schaltjahren wie der August.
- Olympische Sommerspiele und US-Präsidentschaftswahlen finden immer in einem „leap year“ (engl. Schaltjahr) statt.
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