🏊‍ Die Rettung fĂŒr die Kiesi â‰

Das es sich lohnt, fĂŒr eine Sache zu kĂ€mpfen, zeigt sich am Beispiel des Badesees Birkwitz-Pratzschwitz, fĂŒr dessen Erhalt sich ein ganzer Ortsteil einsetzt.

🕑 Lesezeit: 6 Minuten

Der Badesee droht zu verlanden, da der Wasserspiegel kontinuierlich fĂ€llt. Als Ursache wird die Wasserentnahme durch die Kieswerke vermutet. Diese spĂŒlen mit dem entnommenen Wasser den Kies, der in den umliegenden Tagebauen abgebaut wird. Das SpĂŒlwasser wird anschließend ungefiltert in den Badesee zurĂŒckgeleitet.

Dennoch funktioniert das WiederauffĂŒllen des Badesees mit Grundwasser offenbar nicht mehr, der Wasserspiegel sei in den letzten Jahren um fast 2 Meter gefallen, so Ortschaftsrat Dieter Fuchs gegenĂŒber der SĂ€chsischen Zeitung, die das Thema medial sehr engagiert von Beginn an begleitet.

Der Verdacht: Die mit eingespĂŒlten Sedimente können sich auf dem Boden des Badesees abgelagert und dort den See versiegelt haben, so dass kein Grundwasser mehr nachfließt.

Bericht im MDR Sachsenspiegel am 10.03.2020

Der Birkwitz-Pratzschwitzer Ortschaftsrat um Ortsvorsteher Dieter Fuchs (Freie WĂ€hler – Wir fĂŒr Pirna) fordert seit LĂ€ngerem, dass die Kieswerke die Wasserentnahme aus dem Badesee stoppen und das benötigte SpĂŒlwasser in Abbaufeld Copitz entnehmen.

Diesen Lösungsvorschlag haben die Kieswerke nun aufgegriffen und entsprechende AntrĂ€ge beim SĂ€chsischen Oberbergbauamt gestellt, so dass zukĂŒnftig so verfahren werden kann, wie vom Ortschaftsrat vorgeschlagen.

Grafik | André Liebscher

Hintergrund fĂŒr diese Entscheidung ist auch, dass der aus der noch zu erschließenden Abbaustelle in Söbrigen abgebaute Kies mittels einer circa 4 km langen Bandtrasse zur Weiterverarbeitung in das Kieswerk Copitz transportiert werden soll. Dann wĂ€re die SpĂŒlwasserentnahme aus der Anlage Copitz fĂŒr die Kieswerke wirtschaftlicher im Gegensatz zur Entnahme aus dem Badesee, so Dieter Fuchs.

Viele begrĂŒĂŸen die Entscheidung, dass das SpĂŒlwasser zukĂŒnftig nicht mehr aus dem Badesee entnommen werden soll. Der Badesee Birkwitz-Pratzschwitz, ein beliebter Erholungsort nicht nur fĂŒr uns Pirnaer, kann dadurch auf Dauer erhalten werden. Es lohnt sich immer fĂŒr eine Sache zu kĂ€mpfen❗

Bei aller Freude ĂŒber das erzielte Ergebnis, bleiben Fragen offen:

  1. Das geplante Förderband sehe ich kritisch. Es ist ein massiver Eingriff in die Natur. Einen ersten Entwurf fĂŒr eine TrassenfĂŒhrung von Söbrigen nach Pirna hatte Pirna abgelehnt, weil die Strecke durch ein Natrurschutzgebiet fĂŒhren sollte.
  2. ZukĂŒnftig soll der Kies in Söbrigen (Dresden) abgebaut werden, um dann nach Pirna transportiert zu werden, wo er dann zu Sand zerkleinert wird. Pirna trĂ€gt die Umweltlasten des Verarbeitungsprozesses (siehe Badesee).
  3. Wie hoch sind die Kosten fĂŒr die Renaturisierung des Abbaugebietes? Kann das Kieswerk diese finanziellen Mittel aufbringen oder bleibt der Steuerzahler auf den Kosten sitzen?


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