● 14.11.2021 | Mobile Impfangebote in Pirna aktuell nicht ausreichend

Mobile Impfteams sollen die Hausärzte bei der Impfkampagne entlasten. Anlässlich einer Impfaktion am Samstag in Pirna wurde deutlich, dass die Nachfrage nach Impfangeboten groß, das Angebot jedoch (noch) nicht ausreichend ist. Es mangelt an Impfdosen und Personal. Auch die Impfangebote müssen vergrößert werden.

🕑 Lesezeit: 3 Minuten

Das DRK Sachsen organisiert Vor-Ort-Impfaktionen in Kooperation mit der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen. Diese stellen die Impfärzte und das medizinische Personal. Teams der Hilfsorganisationen des Arbeiter-Samariter-Bundes, der Johanniter Unfallhilfe und des Malteser Hilfsdienstes arbeiten bei der Organisation und Durchführung der mobilen Impfangebote eng mit dem DRK zusammen.

Die Nachfrage nach Vor-Ort-Impfaktionen ist groß. So bildete sich gestern vom Pirnaer Stadthaus auf dem Markt bis weit in die Schuhgasse eine überlange Schlange von Impfwilligen. Vielen waren Angesichts des schwindelerregenden Anstiegs der Inzidenzwerte und beunruhigender Nachrichten aus den Krankenhäusern dem eindringlichen Aufruf der Mediziner und der politischen Verantwortlichen gefolgt, sich „boostern“ oder sich ihre Erstimpfung geben zu lassen.

Bereits am zeitigen Samstagfrüh, lange vor dem Start des mobilen Impfangebotes, durchgeführt von den Johannitern, reihten sich Dutzende Menschen, Junge wie Alte, in die Schlange ein. Doch nicht alle kamen zum erhofften (Impf)Erfolg. 13.40 Uhr war bereits Schluss. Mehr als zwei Stunden vor dem geplanten Ende, erhielten die Wartenden die Information, der Impfstoff von Biontech sei alle, die 102 Impfdosen verimpft. Man habe noch Moderna, aber auch nur noch für Wenige.

Nachvollziehbarer Unmut machte sich breit. Da nutzte auch der Hinweis auf die Impfaktion am Montag zur selben Zeit und an selbigen Ort wenig, zumal dieser mit dem gut gemeinten Ratschlag verbunden war, man solle doch möglichst ein oder besser zwei Stunden eher da sein, wenn man eine der wenigen Impfdosen abhaben wolle. Damit dürfte der Impfstoff an die bereits Wartenden vergeben sein, bevor die Impfstelle öffnet.

Eines ist Fakt: Verantwortlich für diese neuerliche Impfmisere sind nicht das medizinische Personal und die Impfärzte vor Ort oder die Hilfsorganisationen. Sie bekommen dennoch den Unmut der Impfwilligen zu spüren. Eine Dame, die sich am Samstag in Pirna „boostern“ lassen wollte, kommentierte die Situation mit den Worten: „Klappt denn in diesem Land gar nichts mehr?“ und nahm die Mitarbeiter der Johanniter gleichzeitig in Schutz: „Ihr habt daran keine Schuld.“. Sie will am Montag wiederkommen.

Die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen stellt medizinisches Personal und Impfdosen. Eine Erklärung, wie man dabei auf die Idee kommen kann, die Zuteilung von nicht einmal 150 Impfdosen und einer Handvoll Personal für eine 40.000-Einwohner-Stadt wie Pirna sei ausreichend, bleiben die Funktionäre schuldig. Und wer denkt, diese Impfangebote stünden in Pirna täglich zur Verfügung, der irrt. Lediglich drei weitere mobile Impfangebote sind aktuell für die verbleibenden Novembertage vorgesehen: am Montag und am Dienstag kommender Woche und am 25. November 2021.

Der Verweis an die Impfwilligen, zur Impfung die Haus- und Betriebsärzte aufzusuchen, ist wenig hilfreich. Auch dort mangelt es an zeitlichen und personellen Kapazitäten. Von „Impfstoff in ausreichenden Mengen“ ganz zu schweigen. Als erste Schritte sollen nun von der kommenden Woche an die Bestell- und Lieferfristen für Impfstoffe von aktuell 14 auf 7 Tage verkürzt werden. Zudem wird eine finanzielle Prämie für Arztpraxen geprüft, die auch am Wochenende impfen.

Die sächsischen Impfzentren waren das Rückgrat der Impfkampagne im Freistaat. Das deren Schließung Ende September auf Grund der geringen Impfnachfrage und der damit verbundenen niedrigen Auslastung von lediglich 20 Prozent erfolgte, darf an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben. Der damit verbundene Fingerzeig, man hätte sich noch bis Ende September in den Impfzentren auch ohne Termin und langes Anstehen seine Erstimpfung holen können, ist unbestritten, hilft jedoch jetzt nicht weiter.

Michael Geisler, Landrat im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, dem deutschlandweit mit am stärksten betroffenen Landkreis, hatte bereits in einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz am Montag, 8. November 2021, angekündigt, eigene Impfstellen im Kreisgebiet gemeinsam mit Hilfsorganisationen und weiteren Partnern einzurichten. So wird gemeinsam mit der Stadt Dippoldiswalde in der kommenden Woche die erste Impfstelle zusätzlich zu den mobilen Impfteams auf dem Weg gebracht.

Die Landräte und Bürgermeister brauchen in ihrer Forderung nach mehr und größeren Impfangeboten für Auffrischungen für die besonders Gefährdeten und für Erstimpfungen die volle Unterstützung der Landesregierung. Wir müssen uns jetzt mehr denn je auf das konzentrieren, was uns weiterbringt, um noch verheerendere Folgen der Corona-Pandemie abzuwenden. Diskussionen mit notorischen Impfgegnern und Coronaleugnern gehören nicht dazu und sind reine Zeitverschwendung.

Die Bereitstellung der erforderlichen finanziellen Mittel zur Reaktivierung der Impfzentren sollte nun kurzfristig erfolgen, damit die Impfkampagne zeitnah durchstarten kann. Die Impfnachfrage ist hoch, was aktuell fehlt ist das Angebot. Es ist fünf nach zwölf.

Pirna TV | Pressekonferenz des Landrates Michael Geisler am 8. November 2021

Die Corona-Impfung schützt

  • vor einer Krankenhausbehandlung zu
    • 88 % (Alter 18-59 Jahre)
    • 85 % (Alter ≥ 60 Jahre)
  • vor einer Behandlung auf Intensivstation zu
    • 93 % (Alter 18-59 Jahre)
    • 90 % (Alter ≥ 60 Jahre)
  • vor Tod zu
    • 92 % (Alter 18-59 Jahre)
    • 87 % (Alter ≥ 60 Jahre)

Quelle | Wochenbericht des RKI vom 11. November 2021, ab Seite 22

Lassen Sie sich impfen und schützen Sie sich, Ihre Familie, Ihre Freunde und weitere Menschen in Ihrem Umfeld vor den Folgen einer Corona-Infektion.

Impfangebote

Hier finden Sie eine Übersicht der impfenden Praxen im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und in den anderen sächsischen Landkreisen und Großstädten.

Wenn Sie sich gegen das Corona-Virus impfen lassen wollen, kontaktieren Sie bitte eine Praxis zur Vereinbarung eines Impftermins. Unabhängig von den gelisteten Arztpraxen kann auch in Ihrer Hausarztpraxis oder auch in anderen Praxen angefragt werden, ob die Möglichkeit zur Impfung besteht.

Mobile Impfangebote in Pirna

Stadthaus Pirna, Raum 001, 01796 Pirna

  • 15.11.2021, 10.00 – 16.00 Uhr
  • 16.11.2021, 10.00 – 16.00 Uhr

Landratsamt Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Schloßhof 2/4, 01796 Pirna

  • 25.11.2021, 9.00 – 14.00 Uhr

Alle Termine für den Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge finden sie täglich aktualisiert auf der Homepage des DRK Sachsen.

In der Regel steht der mRNA-Impfstoff Biontech/Pfizer (für Zweitimpfungen auch Moderna) zur Verfügung. Aufklärungs- und Anamnesebögen gibt es vor Ort.

  • Bitte bringen Sie folgende Unterlagen mit:
    • Personaldokument
    • Krankenversicherungskarte
    • Impfausweis (falls vorhanden)
    • weitere wichtige Unterlagen wie Herzpass, Diabetikerausweis oder Medikamentenliste

Bitte beachten Sie die rechtlichen Hinweise. Diese finden Sie hier.

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