● 21.4.2022 | Xavier Naidoo distanziert sich vom eigenen Geschwurbel

🕑 Lesezeit: 2 Minuten

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Der Musiker Xavier Naidoo rudert in einer Videobotschaft auf YouTube zurück und distanziert sich von dem Gedankengut um kinderblut-trinkende Eliten, Impfmutanten oder die BRD GmbH, das er einst fleißig verbreitet hat und bittet die Gesellschaft für seine Äußerungen um Entschuldigung.

Jeder macht mal Fehler. Diese einzugestehen ist schwierig. Doch ganz so einfach ist es nicht.

„Ich habe mich Theorien, Sichtweisen und teilweise auch Gruppierungen geöffnet, von denen ich mich ohne Wenn und Aber distanziere und lossage.“

„Ich habe Dinge gesagt und getan, die ich heute bereue. Mir ist es deshalb wichtig Euch zu sagen, dass ich mich von allen Extremen distanziere. Insbesondere auch von rechten und verschwörerischen Gruppen.“ 

„Nationalismus, Rassismus, Homophobie und Antisemitismus sind mit meinen Werten nicht vereinbar“, erklärt Xavier Naidoo in einer 3-minütigen Videobotschaft, gibt sich geläutert und bittet die Gesellschaft für sein Geschwurbel um kinderblut-trinkende Eliten, Impfmutanten oder die BRD GmbH um Entschuldigung.

Drei Minuten, in denen er sich nun von Jahren voller Antisemitismus, absurdesten Verschwörungstheorien und Kooperationen mit Rechtsextremen und Reichsbürgern distanzieren will. Dabei ist es erst wenige Wochen her, dass er unter Tränen phantasierte, dass der wahre Zweck der Corona-Impfung darin bestehe, Menschen in Zombies zu verwandeln und eine Apokalypse auszulösen.

„Mir wurde bewusst, dass ich meine Familie, meine Freunde, meine Fans, Menschen, die mich verteidigt haben, aber auch viele andere Menschen mit verstörenden Äußerungen irritiert und provoziert habe, für die ich mich entschuldigen möchte“, sagt Naidoo.

Naidoo hat mit seiner großen Fanbase eine Szene aus Impfgegnern, Reichsbürgern, Rechtsextremen, Demokratiehassern unterstützt, die sich immer weiter radikalisiert und gewaltbereit ist. Wenn Naidoo es geschafft hat, den Ausweg aus dieser wirren Welt zu finden, ist das eine gute Nachricht. Drei Minuten alleine werden aber in der öffentlichen Wahrnehmung kaum ausreichen, Jahre voller Hass und Hetze vergessen zu machen.

In den sozialen Medien lese ich, Naidoos Statement sei nichtssagend. Es sei austauschbar, unkonkret, fade und langweilig. Und unglaubwürdig. Einer schreibt: „Dieser Moment, wenn deine gesamte Querdenker-Blase zu Putin-Marionetten werden und deine Frau Ukrainerin ist.“. Die Schwurbelgruppen um Hildmann, Wendler und all die anderen sogenannten Wahrheitssuchenden wiederrum sind wahlweise verwirrt oder empört und unterstellen Naidoo, von der Regierung gekauft, ein Klon oder Deep Fake zu sein und „Verrat“ begangen zu haben.

Ich finde es sehr groß, wenn man so tief da drinsteckt wie Naidoo und dann doch irgendwann sagen kann: „Ich habe mich geirrt“, „Es tut mir leid“, „Ohne wenn und aber“ – das sind klare Botschaften. Dazu gehört Einiges. Egal, aus welchen Motiven er das letztlich tun mag. Es überhaupt zu tun, ist ein großer Schritt und kann auch auf andere als Vorbild wirken.

Naidoos Statement macht Hoffnung für all die verwirrten Querdenker, Impfgegner, Coronaleugner, Pegidisten, Reichsbürger. Respekt für jeden, der seinen Irrtum eingestehen kann.

Jeder Ausstieg aus der rechten/verschwörungsideologischen Szene ist willkommen. Ich bin sehr dafür, Menschen wieder den Rückweg zu ermöglichen. Doch nachhaltig wird jeder Ausstieg erst, wenn der Wandel und die Distanzierung in Engagement für Aufklärung übergeht und die Inhalte konfrontiert werden. 

„Dieser Weg wird kein leichter sein“… Aber der erste Schritt zurück in die Realität ist getan. Jetzt muss eine ehrliche Reflexion des eigenen Verhaltens folgen, um damit bestenfalls andere Abgedriftete zum Nachdenken zu bewegen.

Zeiten ändern sich. Menschen ändern sich. Meinungen ändern sich. Wir sind eine Gesellschaft!

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