● 23.3.2021 | Mein Blick auf… Ein Jahr Corona

Seit mehr als einem Jahr bestimmt Corona unseren Alltag. Die Inzidenz – als nicht greifbarer Zahlenwert des gesamten gesellschaftlichen und privaten Lebens – lag in unserem Landkreis Mitte Dezember mit vollen Intensivstationen knapp oberhalb der 600, bis Anfang März mit 70 deutlich unter 100 und ist nun seit drei Tagen wieder über 100. Damit drohen ab Mittwoch Rücknahmen von Erleichterungen.

Ein Jahr unter Corona

Zwölf Monate leben wir nun mit den Corona-Einschränkungen und wir sind in der Pandemiebekämpfung nicht wirklich auch nur einen Schritt weiter. Unter der gefühlten Planlosigkeit der Verantwortlichen in Land und Bund wird es auch für den engagiertesten Stadtrat schwierig, den Menschen den Sinn einzelner Maßnahmen näher zu bringen.

Während zu Beginn der Pandemie und insbesondere unter dem Eindruck voller Krankenhäuser die übergroße Mehrheit die meisten Einschränkungen zum Schutz der Alten und gesundheitlich Vorbelasteten mitgetragen hat, frage auch ich mich heute:

„Wie soll das hier weitergehen? Können wir wirklich erst dann wieder zu einem normalen Leben zurückkehren, wenn der Großteil der Menschen geimpft ist oder eine eigene Immunität mit einer durchgemachten Erkrankung entwickelt hat?“

Es fehlt an umsetzbaren Konzepten

Ich halte es für geboten, dass den Menschen so bald als möglich und vertretbar wieder mehr Handlungsfreiheit für ihr Leben jenseits von Inzidenzwerten zurückgegeben wird. Merkliche Schritte in Richtung Normalisierung des öffentlichen und privaten Lebens müssen wieder möglich werden. Dazu braucht es Konzepte, die ihren Namen auch verdienen. Und es braucht dazu die Eigenverantwortung eines jeden Einzelnen gegenüber der Gesellschaft. Engmaschige Selbsttests können ebenso dazugehören, wie der Ausbau der Möglichkeit zum Impfen für alle die es wollen.

Was ist mit Ostern?

Viele von uns blickten gestern gespannt nach Berlin, in der Hoffnung, dass uns diese Perspektive aufgezeigt wird. Pustekuchen. Was uns heute morgen halb drei in der Früh präsentiert wurde ist eine „Erweiterte Ruhezeit zu Ostern“ über fünf Tage von Gründonnerstag bis Ostermontag mit allem Drum und Dran von Ansammlungsverboten, über weitergehende Einschränkungen bei den privaten Zusammenkünften bis dahin, dass selbst Supermärkte innerhalb dieser fünf Tage nur am Ostersamstag öffnen dürfen. Ich mag das Alles gar nicht mehr kommentieren.

Medizinisch betrachtet sind die Maßnahmen sicherlich erforderlich, um unsere Kinder in den Schulen und die Bewohner in den Altenheimen zu schützen. Abschließend kann ich das fachlich nicht beurteilen. Was ich jedoch beurteilen kann ist das, was ich tagtäglich auf der Straße von den Menschen höre oder was sie mir schreiben. Als Stadtrat ist man halt näher dran an den Bürgern als ein Ministerpräsident oder eine Bundeskanzlerin, die ihre Informationen gefiltert zugetragen bekommen.

Zusammenhalt statt Spaltung

Was mich umtreibt ist die Sorge darüber, wie tief gespalten unsere Gesellschaft in ihren Ansichten zum Thema Corona ist. Da sind einerseits diejenigen, die die Maßnahmen (noch) mittragen und verteidigen gegenüber denen, die selbst einfache Nasenabstriche für ihre Kinder ablehnen, die dazu dienen sollen, unseren Kindern in den Schulen eine sichere Lernumgebung zu gewährleisten.

Jeder von uns weiß von Freundschaften und kennt Familien, die unter diesem Thema auseinandergebrochen sind. So kann es nicht weitergehen!

Dennoch: Der Graben kann noch so breit und tief sein, gibt es doch etwas, was uns alle miteinander verbindet: Der Wille, diese Krise so schnell wie möglich zu überwinden und zum normalen Leben zurückzukehren.

Ich wünsche mir und bin bereit, meinen Beitrag dazu zu leisten, dass wir uns alle wieder darauf besinnen, dass wir alle nur gemeinsam und mit vereinten Kräften diese Krise überwinden und uns danach alle noch in die Augen schauen können. Anfang 2024 wählen die Pirnaer einen neuen Oberbürgermeister für ihre Stadt. Dessen Aufgabe muss es dann sein voranzugehen, um gemeinsam mit den Pirnaern und zusammen mit allen gesellschaftlichen Akteuren die Stadtgesellschaft wieder zu einen, die Gräben zu beseitigen.

Mehr Pirna, weniger Corona

Ich habe in den vergangenen Monaten ausführlich über die Lage und die aktuellen Corona-Regeln hier auf Facebook und in meinem Blog informiert. Neben dem Thema Corona gibt es für die Menschen auch andere Themen, die ihnen wichtig sind. Mein Augenmerk in meiner Berichterstattung werde ich – ohne die Problematik Corona aus dem Blickwinkel zu verlieren – wieder mehr auf die wichtigen Themen aus unserer Stadt richten.

Haben Sie Themen die Sie interessieren, die angepackt werden müssen und über die ich berichten soll? Bitte schreiben Sie mir Ihre Ideen und Vorschläge.

Bleiben Sie kritisch, engagiert und neugierig!

Ihr|Euer André Liebscher


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