● 6.10.2021 | Bericht aus der 23. Sitzung des Pirnaer Stadtrates

🕑 Lesezeit: 2 Minuten

Am Dienstag, 5. Oktober 2021 tagte der Pirnaer Stadtrat zu seiner 23. Sitzung. Die Tagesordnung ist hier verlinkt. Auf zwei Themen, die jeweils die Pirnaer Schullandschaft betreffen, möchte ich in diesem Artikel genauer eingehen.

Schiller-Gymnasium | Mehr Platz für die Schüler bei der Essensversorgung

Der Stadtrat folgte einstimmig meinem Antrag zur Erweiterung des Platzangebotes zur Essensversorgung im Friedrich-Schiller-Gymnasium. Die Stadträte erteilten der Stadtverwaltung den Auftrag, in Zusammenarbeit mit Schüler- und Elternvertretern sowie der Schulleitung einen Planungsvorentwurf zur Erweiterung der Kapazitäten der Essensversorgung im Friedrich-Schiller-Gymnasium inklusive finanzieller Untersetzung mit Eigen- und Fördermitteln zu entwickeln.

Dieser wird dann den Stadträten zur Diskussion und Entscheidung im Stadtrat zur Berücksichtigung des Vorhabens für den Investitionshaushalt 2023/2024 der Großen Kreisstadt Pirna vorgelegt.

Auch die Stadtverwaltung folgte meiner Argumentation, dass mit der Fertigstellung bzw. Inbetriebnahme des Erweiterungsbaus am Standort des Friedrich-Schiller-Gymnasiums sukzessiv die Schülerzahlen steigen und somit dem nach wie vor notwendigen Erweiterungsbedarf des Speiseraums zeitnah Rechnung getragen werden muss.

Die Stadt Pirna wird nun bis zur kommenden Haushaltsplanung – die bereits Mitte 2022 beginnt – alle erforderlichen Vorbereitungen (Abstimmungen, Vorentwürfe, Ideendiskussionen, Kostendiskussion etc.) veranlassen, damit eine für Nutzer und Betreiber nachhaltige und ansprechende Lösung vorbereitet und nach entsprechender separater Beschlussfassung im Rahmen der zur Verfügung stehenden Ressourcen umgesetzt werden kann.

Gründung einer Montessori-Schule

Eine Elterninitiative und die Lebenshilfe Pirna-Sebnitz-Freital e.V. möchten mit Beginn des Schuljahres 2022/2023 in Pirna eine Montessori-Schule in freier Trägerschaft eröffnen. Den vorliegenden Informationen aus dem Verein folgend ist zukünftig von einer Zweizügigkeit auszugehen.

Als Standort sieht der Träger das bisher nicht für eine Bebauung vorgesehene (Naturraum) städtische Grundstück auf der Fläche der ehemaligen Krippen-Kita-Kombi hinter dem WGP-Quartier „Am Wäldchen“ in Copitz-West vor. Hier finden Sie eine Kartenansicht.

Bis zur Realisierung eines Neubaus hat der Verein signalisiert, dass er vorübergehend Unterstützung von der Stadt Pirna bei der Bereitstellung von Schulraum (Container?) ab dem Schuljahr 2022/2023 wünscht.

Auch wenn die Neugründung einer Montessori-Schule in Pirna eine inhaltliche Bereicherung der Bildungslandschaft für unsere Stadt und die gesamte Region sein kann, muss auch die Notwendigkeit des Neubaus einer solchen Schule kritisch hinterfragt werden.

Denn: Mit Blick auf die Schulnetzplanung gibt es aktuell keinen Bedarf für zusätzliche Schulangebote in der Stadt Pirna. Auch wenn zu erwarten ist, dass eine Montessori-Schule in Pirna nicht nur von Pirnaer Grundschülern besucht wird, ist davon auszugehen, dass ein weiteres Schulangebot die Schülerströme verändern wird.

Insgesamt ist zwar nicht damit zu rechnen, dass eine neue Montessori-Schule in Pirna Oberschulen oder Gymnasien gefährden würde, jedoch sieht die Situation bei den bestehenden Grundschulen anders aus.

So weisen die dezentralen Grundschul-Standorte in Neundorf und Zehista aktuell geringe Schülerzahlen auf. Neue Schulangebote können zu einer weiteren Reduzierung dieser Schülerzahlen führen (Kanibalisierungseffekte). Damit ist die Gefährdung insbesondere des Standorts Zehista nicht auszuschließen, die Schließung von Grundschulstandorten wegen zu geringer Schülerzahlen könnte drohen.

Auch wenn die vorgenannten offenen Fragen noch geklärt werden müssen, begrüße ich grundsätzlich die internen Planungen der Elterninitiative und des Lebenshilfe Pirna-Sebnitz-Freital e.V., in unserer Stadt eine Montessori-Schule in freier Trägerschaft zu gründen.

Mir war wichtig festzuhalten, dass in Hinblick auf die aktuelle finanzielle Notlage der Stadt Pirna und die Erfüllung eigener, dringend notwendiger Investitionen (wie Neubau Turnhalle Neundorf, Ersatzneubau Feuerwehrgerätehaus Neundorf, Ersatzneubau Grundschule Zehista) der Träger mit keiner finanziellen Unterstützung der Stadt Pirna rechnen kann.

Er muss alle Kosten für den notwendigen Grundstückserwerb, dem Verfahren zum Bebauungsplan, der Umsetzung und Errichtung der Schule sowie für den laufenden Schulbetrieb durch den Träger selbst tragen.

Auch die interimsweise Bereitstellung und der Betrieb von Schulraum bis zur Fertigstellung eines Neubaus muss vom Träger vollständig aus eigenen Mitteln – also ohne städtische Fördermittel – realisiert werden. Dazu habe ich einen entsprechenden Änderungsantrag eingebracht, dem der Stadtrat mehrheitlich folgte. Die AfD und die Freien Wähler stimmten dagegen.

Die endgültige Entscheidung, wo, wann und ob überhaupt in Pirna eine Montessori-Schule in freier Trägerschaft entsteht, dass entscheidet der Stadtrat nach Klärung zu Chancen und Risiken der Neugründung einer Montessori-Schule in Pirna mit dem Landratsamt als Träger der Schulnetzplanung.

Pirna TV berichtet aus der Stadtratssitzung

Einen Überblick über die Stadtratssitzung mit weiteren Themen finden Sie im Bericht von Pirna TV.

Pirna TV | Stadtrats TV

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