Die Entwicklung der Corona-Zahlen im Lockdown | Weniger einsatzbereite Intensivbetten wie gedacht

🕑 Lesezeit: 2 Minuten

Ab morgen, 2.11.2020 geht Deutschland zum zweiten Mal in diesem Jahr in einen Corona-Lockdown. Ziel soll sein, die Welle an Neuinfektionen, die am Freitag deutschlandweit bei 19.000 pro Tag lag, zu brechen. Mitte November will die Bundesregierung anhand der dann verfügbaren Zahlen entschieden, ob die Einschränkungen gelockert oder über Ende November hinaus weiter verschärft oder unverändert beibehalten werden.

🤔 Wer jetzt denkt, dass auf Grund des morgen beginnenden Lockdowns die Corona-Neuinfektionszahlen ab übermorgen binnen zwei Wochen schnell fallen, der irrt.

Warum❓ | Wer sich heute mit Corona infiziert, bekommt in der Regel nach 5 bis 7 Tagen erste (milde) Syptome, geht möglicherweise von einer Erkältung aus und versucht seine Beschwerden selbst mit Halsschmerztabletten und fiebersenkenden Medikamenten zu lindern. Viele suchen erst dann einen Arzt für eine Krankmeldung auf, wenn sie sich nicht mehr in der Lage sehen, auf Arbeit zu gehen. Dieser macht dann einen Abstrich, der Corona nachweist..

Fazit | Die Menschen, die morgen positiv getestet werden, haben sich vor 10 bis 14 Tagen infiziert. Die Zahlen der Neuinfektionen sind kein Live-Bild, sondern ein Blick in die Vergangenheit.

Die Neuinfektionen werden also trotz des morgen beginnenden Lockdowns mindestens bis Mitte November nicht so deutlich fallen, wie wir uns das mit dem Lockdown wünschen. Die Einschränkungen aus dem Lockdown werden sich, wenn überhaupt, erst in 14 Tagen Mitte November auswirken und dann in Form von fallenden Zahlen von Neuinfektionen sichtbar werden.

Weniger einsatzbereite Intensivbetten wie gedacht

Täglich melden die Krankenhäuser ihre verfügbaren Intensivbetten an das DIVI-Intensivregister. Nach Recherchen der WELT, gibt es in Deutschland allerdings weniger sofort belegbare Intensivbetten als tatsächlich einsatzbereit sind.

So melden die Intensivstationen zwar die Anzahl ihrer freien Intensivbetten, lassen dabei allerdings unberücksichtigt, dass gemeldete leere Intensivbetten im Notfall nicht belegt werden können, weil das Pflegepersonal fehlt.

Aufgefallen ist dem DIVI-Intensivregister die Entwicklung in den vergangenen zwei, drei Wochen. „Wir bekommen immer mehr Rückmeldungen von Notärzten quer aus Deutschland, die uns sagen: Ich habe Schwierigkeiten, meine Patienten in Kliniken unterzubringen, obwohl uns das Register in der Region Dutzende freie Betten anzeigt“, so ein DIVI-Sprecher gegenüber WELT.

🗣 Klare Kante

Zögern Sie bitte einen Arztbesuch bei typischen Corona-Symptomen nicht hinaus❗ Eine zeitnahe Diagnose ist wichtig und kann Ihre Mitmenschen schützen.

Es ist ein Unding, dass Intensivbetten als frei gemeldet werden, obwohl sie im Notfall gar nicht verfügbar sind, weil Personal fehlt. Das wiegt uns alle in falscher Sicherheit.

Zur tatsächlichen Situation der Verfügbarkeit von Intensivbetten in Pirna und im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, habe ich heute im Landratsamt angefragt. Mit einer Antwort rechne ich in den nächsten Tagen.

Bürgertelefone

Aufgrund der aktuellen Entwicklungen sind im Landratsamt Bürgertelefone für Rückfragen eingerichtet. Diese sind unter den Telefonnummern 03501 515-1166 und 03501 515-1177 von Montag bis Freitag in der Zeit von 08.00 bis 18.00 Uhr erreichbar.

Die neuesten Nachrichten zur weiteren Entwicklung der Coronalage in Pirna und im Landkreis erhalten Sie hier als Abonnent:in als Erste:r.


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