● 14.3.2021 | Schulneustart in Sachsen – Ein Kommentar

Ab Montag öffnen neben den Grundschulen nun auch die weiterführenden Schulen wieder für alle Schüler ab Klassenstufe 5. Ein Schritt in die richtige Richtung zu mehr Normalität.

Die einen finden den Fahrplan richtig, die anderen bezeichnen die Öffnung der Schulen zu diesem Termin als Fehler. Sind der Zeitpunkt und die Voraussetzungen für einen Schulneustart geeignet?

Wie ist die Faktenlage zur aktuellen Situation?

Die britische Mutation macht mittlerweile mehr als 50 Prozent aller Corona-Neuinfektionen aus. Deren Anteil in untersuchten positiven Covid-19-Proben verdoppelt sich von Woche zu Woche. Wir wissen, dass das Erkrankungsgeschehen unter der britischen Mutation auch bei Kindern und Jugendlichen stärker verläuft wie unter der ursprünglichen Corona-Variante.

Aktuell steigen die Inzidenzwerte. Diese lagen gestern sachsenweit bei 100,5, heute bei 105,1. Bis diese Werte auch in unserem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge erreicht werden, ist es nur eine Frage von Tagen (aktuell: 74,1).

Welcher Zusammenhang besteht zwischen den Inzidenzwerten und dem Schulbetrieb? Liegt die 7-Tage-Inzidenz fünf Tage am Stück über 100, schließen ab dem darauffolgenden Montag die Schulen wieder. In der Sächsischen Corona-Schutz-Verordnung nachzulesen im Paragraf 5a, Absatz 8.

Was macht in dieser Lage die Sächsische Landesregierung? Sie will aktuell bei ihren Beschlüssen bleiben und öffnet ab morgen die Schulen verpflichtend für alle Schüler ab Klassenstufe 5. Das Ganze ohne verpflichtende Tests für die Schüler und das Schulpersonal. Von der für das Schulpersonal fehlenden Möglichkeit sich impfen zu lassen, ganz zu schweigen.

Da stellt sich die Frage, warum erfolgt dieser Öffnungsschritt 14 Wochentage bzw. im Wechselsystem mit fünf vollen Schultagen bis zum Beginn der Osterferien am 27. März?

Sicherlich ist es richtig und wichtig, den Schülern wieder eine Perspektive zu geben. Lernen im Klassenverband ist zweifelsohne besser wie Einzelunterricht im Homeschooling. Doch zu welchem Preis?

Meiner Meinung nach retten die Schulöffnungen zu diesem Zeitpunkt und die effektiv fünf Schultage bis zu den Osterferien keinem Schüler das Schuljahr. So gut wie sicher ist allerdings, dass auf Grund des trotz Einhaltung aller schulischen Hygieneregeln unvermeidbaren Infektionsgeschehens so manche Familie Ostern in Quarantäne verbringen wird.

Dazu kommt, dass die Eltern bei diesem schulpolitischen Hokuspokus nicht selbst mitbestimmen können: Dank nicht aufgehobener Schulbesuchspflicht müssen diese ihre Kinder in die Schule schicken.

Warum die sächsische Landesregierung unter den gegebenen Umständen weiter an den Öffnungen der Gymnasien, Ober- und Berufsschulen – überdies mit verpflichtendem Präsenzunterricht – festhält, erklärt sich mir nicht. Zumindest die Aussetzung der Schulbesuchspflicht ist jetzt angezeigt:

Die freie Wahl zwischen Präsenzunterricht im Klassenverband in der Schule und freiwilliger Fortsetzung des Zu-Hause-Lernens muss in dieser Situation den Eltern und erwachsenen Schülern überlassen bleiben.


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